Gescheitelte Flöhe und lustige Opas

Schüler der Vorklasse, der ersten und zweiten Klasse durften lauschen, als Janina Kaufmann am Montag in der Mensa lustige Gedichte zum Besten gab. Besonders gut kam bei den Schülern an, dass sie immer wieder miteinbezogen wurden.	Foto: AfP Asel

Quelle:
http://www.lampertheimer-zeitung.de/lokales/lampertheim/gescheitelte-floehe-und-lustige-opas_16747713.htm

von Vanessa Joneleit

 

SCHILLERSCHULE Dichter-Lesung mit Janina Kaufmann kommt bei jungen Schülern gut an

LAMPERTHEIM - Wenn Katzen Fratzen ziehen und ein Warzenschwein namens Valerie Wumms über den Schwebebalken hüpft, dann steht in der Schillerschule definitiv kein normaler Unterricht auf dem Programm. Dem Besuch der Diplom-Grafikerin Janina Kaufmann hatten es die Kinder am Montagvormittag zu verdanken, dass die morgendlichen Schulstunden ein bisschen lustiger verliefen, als es sonst der Fall ist. Als tierisch konnte man sie durchaus auch bezeichnen. Und gereimt. „Habt ihr schon mal gereimt?“, fragte die gebürtige Lampertheimerin und mittlerweile im Taunus wohnhafte Kaufmann, als sie mit ihrer Dichter-Lesung begann. „Haus – Maus“ und „Wurm – Turm“, schallte es aus dem jungen Zuhörerkreis, in dem am Vormittag die Schüler der Vorklasse, der ersten und zweiten Klassen Platz genommen hatten.

„Von Herzen“ lautete der Titel des ersten Gedichts, das samt Bebilderung auf der Leinwand erschien und das einer der Schüler spontan selbst vortragen durfte. In gereimter Form erfuhren die Schüler vom Enkel, der Ohrenschmerzen bekommt, wenn Opa zur Geige greift. „Der hat nicht viel geübt“, lautete das kluge Fazit der Kinder, die sich auch bestens darüber amüsierten, dass besagter Opa Perücken trägt und diese auch gerne selbst frisiert.

Aufmerksamkeit schenkten die Kleinen auch dem nächsten Gedicht, das von einem Floh handelte, der sich mit dem Wunsch eines Scheitels in den Friseursalon begibt. „Der hat ja gar keine Haare“, lachten die Schüler. Verstärkt wurde das Gelächter noch durch die Geschichte von Valerie Warzenschwein, Mitglied im Turnverein, bei der Kaufmann die Kinder eifrig mitreimen ließ. „Weniger Pudding und mehr Salat, dann klappt’s auch mit dem...?“ – „Spagat!“, tönte die richtige Antwort schnell aus den Stuhlreihen in der Mensa. Laut wurde es auch, als die Kinder bei der „Affendisko“ selbst zu Rasseln greifen durften. „Ich liebe Affen, deswegen kommen sie auch in meinem Buch vor“, bemerkte Kaufmann schmunzelnd.

Alle Gedichte, die sie den Schülern am Vormittag vorstellte, stammen aus ihrem Buch „Wenn Katzen Fratzen machen“, in dem sie selbst geschriebene Gedichte zum Schmunzeln verewigt hat. Das Buch sei vor allem für Grundschüler geeignet, auf verschiedenen Dichter-Lesungen habe sie ihre Werke aber auch schon in Kindergärten präsentiert. „Den Kontakt zur Schule habe ich gesucht, weil ich früher selbst zur Schillerschule gegangen bin. Ich bin also eigentliches ein richtiges Lampertheimer Mädchen“, erzählte Kaufmann, selbst Mutter zweier Kinder, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Idee, Gedichte zu schreiben, sei ihr gekommen, weil sie Kinder immer beim Quatsch machen beobachtet habe. „Dazu sind mir dann irgendwann Reime eingefallen, die ich niedergeschrieben, dann entsprechend bebildert und schließlich in einem Buch zusammengefasst habe“, so Kaufmann. Die Bilder habe sie zunächst aus Tonpapier gebastelt, eingescannt und mit ihnen dann das Buch ergänzt.

Die Ideen für ihre Gedichte stammten aus Beobachtungen und teilweise auch aus eigenen Kindheitserinnerungen. „Die Inhalte müssen nicht besonders hochtrabend sein. Ich bin der Meinung: je lustiger, desto besser. Immerhin geht es darum, dass junge Schüler überhaupt erst mal Lust bekommen, sich näher mit Gedichten zu befassen“, betonte Kaufmann.

Dass ihr Konzept aufgeht, zeigte sich beim Blick auf die Kinder. „Ich finde, dass sie ganz toll mitgemacht haben. Vor allem die Kleinen waren ganz angetan, das hat mir gut gefallen“, freute sich Kaufmann beim Zwischenstopp in der Heimat.